Nein, ich bin nicht bei der Urlaubsplanung, und wenn, dann würden mich andere Ziele interessieren. Diese Orte standen Atelier Zitron wohl Pate für drei ihrer wunderschönen Trekking Hand Art Stränge. Die Trekking Hand Art ist eines meiner absoluten Lieblingsgarne. Es ist zwar ganz „normale“ Sockenwolle mit 25% Poly-Anteil, aber doch etwas Besonderes. Sie ist robust, trotzdem sehr weich, ohne glatt zu sein. Viele mögen ja Wolle, die weich und glatt ist, wie zum Beispiel Sockenwolle aus 100% Merino. Mir ist das zu glatt, das erinnert mich unangenehm an Baumwolle, die ich gar nicht gerne verstricke. Die Trekking ist weich und trotzdem rauh, so dass sie sich auch so anfühlt, wie Wolle sich für mich eben anfühlen muss. Außerdem hat die Hand Art so tolle leuchtende Farben. Da gefallen mir dogar die Farben gut, die sonst nicht zu meinen besonderen Lieblingen gehören.
Zum Beispiel Karibik und Brazil. Brazil ist ein Gelbgrün, das sehr knallig leuchtet. Und obwohl grün meine Lieblingsfarbe ist, mag ich gelb (auch im grün) überhaupt nicht. Karibik sind mehrere Blautöne. Blau kombiniere ich ganz gerne mal mit grün, finde es ansonsten aber eher ein bisschen langweilig. Aber genau diese beiden Farben haben es mir total angetan. Seit ich sie das erste Mal live nebeneinander im Regal eines Wollladens liegen sah wusste ich, dass man diese beiden unbedingt in einem Projekt kombinieren müsste.

Ein dreiviertel Jahr lang schlummerte diese Idee in meinem Kopf, immer mal wieder aufgefrischt, wenn ich Trekking Hand Art in anderen Farben für andere Projekte benutzt habe (Trinidad, Tundra, Irland, Provence). Jetzt habe ich doch tatsächlich diese beiden Farben mit nach hause genommen und ein Projekt daraus angefangen. Und weil so Knallfarben an den Füßen irgendwie unter dem Schlag der Hose (ja, ich trage sowas noch *g*) untergehen, wird daraus eine Jacke. Nämlich die Tempest von Ann Weaver aus der Frühlings-Knitty 2008. Ich habe mit dem Rückenteil angefangen und bin jetzt an der Stelle, wo die Armlöcher (nennt man das auf deutsch so?) geformt werden sollen. Da meine Maschenprobe ein bisschen anders ist als die vorgegebene, muss ich an der Stelle etwas umrechnen. Das dürfte zwar nicht allzu schwer sein, aber ich warte damit noch ein Weilchen. Die Tina hat in ihrem Blog nämlich gerade eine Serie zu dem Thema Von der Kunst, einen passenden Pullover zu stricken. Und da warte ich doch gerne auf den Eintrag zum Thema Armkugeln, denn ich glaube, das ist das, was bei Tempest gestrickt wird. Ein bisschen Theorie anlesen kann bestimmt nicht schaden.
Also Tina, wenn du das hier liest, ich warte schon gespannt. So lange liegt meine Jacke nämlich still. (Aber keine Sorge, Langeweile aus Mangel an Strickprojekten ist hier nicht bekannt
)
Bisher sieht das Projekt noch nicht sehr nach Jacke aus, deswegen gibt es erstmal nur ein streifiges Farbenbild:

Als ich mir Gedanken zu diesem Eintag gemacht habe, ist mir eingefallen, dass ich noch ein Paar Socken gestrickt habe, das ich hier nocht gar nicht gezeigt habe. Da es auch aus der Trekking Hand Art ist, kommt es gleich mit hier rein.
Wobei das mit der Trekking Hand Art nicht so ganz richtig ist. Es ist Trekking Hand Art Flamé, eine neue Qualität mit einem Faden, der die Farbe nicht ganz so annimmt, wie der Rest des Garns. Das ergibt einen leicht melierten Effekt. Die Farbe Provence hat mich sofort angelacht, als ich sie sah und musste gleich mit nach hause.
Auf diesem Anstrickbild sieht man den Flamé-Effekt sehr schön:

Gestrickt habe ich die Paraphernalia-Socken. Die Anleitung kann man kostenlos bei Ravelry downloaden. Das Zopfmuster macht sich auch bei dunklem Garn ganz gut und die fertigen Socken gefallen mir sehr.

















Zum Üben benutze ich übrigens Baumwoll-Häkelgarn, richtig edel wird es natürlich, Bänder aus Seide herzustellen.
Das Muster ist von Flinkhand.de und zwar das 
Ich bin schon ein ganzes Stück weiter, morgen kann ich die Ferse stricken. Es macht sehr viel Spaß, aber danach muss erstmal ein Paar Socken mit Zopfmuster her.










Außerdem hat auch Regia eine neue Kollektion mit langen Farbverläufen, die mir sehr gut gefallen.
Nachdem wir uns dann alle mit wollenen Kostbarkeiten eingedeckt hatten, haben wir uns ein Café in der Stadt gesucht, wo wir gestrickt, in Büchern gebättert, geschnackt, sonnengebadet und lecker Kakao getrunken haben. Meine aktuellen Projekte habe ich euch ja schon gestern gezeigt, aber die anderen beiden haben natürlich auch gestrickt.
Das obere wird mal ein Tuch, das untere ein Pullover.
Der untere Teil des Tisches ist übrigens „meiner“. Ihr seht dort den Schal, den ich für meine Mama stricke, das Buch Socken aus aller Welt, das ich mir letzte Woche gekauft habe und ganz toll finde, und dreimal Wolle, die ich heute gekauft habe. Einen Schoppel Zauberball in der Farbe Fuchsienbeet, der zusammen mit der weißen Regia zu einem Paar Socken verstrickt werden soll, und einen Strang Zitron Trekking Hand Art Flamé in der Farbe Provence, bei dem ich noch nicht weiß, was ich daraus stricken werde.